Dunkle Kälte

Dunkle Kälte

Ich schöpf die Dunkelheit
vom Himmel ab
wie Hochwasser
mit Kübeln

vor der Dämmerung
tret mein Rad ich noch
zum Trotz
in trocknen Schotter

pebbles sagt Sylvia Plath

ich mag das Wort
verort sie dort
in der Natur

Sylvia Plath
der path zu ihr
fühl mich ihr near

abseits des Wegs
fällt ab Gebüsch...

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Reste von Rot

Reste von Rot

Nur mehr Reste von Rot
erst ein Schwarm dann viele
doch es blieb nichts

starvation is a weapon of war
den Igel im Bauch
sehnst du dich

nach deinen Knochen
bist den ganzen Weg
bis hin zur Ewigkeit

gegangen
und hast nichts gefunden
dahinter: nur mehr Reste

von Rot

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Kreuzweg

Kreuzweg

Jakob Santner musste niesen, als er den Kopf hob und zur Sonne sah. Er drückte sich in die dürren Schatten, die ein kränklicher Kastanienbaum an die Mauer eines Gemeindebaus warf und griff nach einer Zigarette. Vielleicht sollte er das Rauchen aufgeben, dachte er, während er die Wirkung des Tabaks genoss. Es war dies ein...

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Immern üben

Immern üben

Wir sitzen unter dem Walnussbaum.
Im Sommer haben wir immer unterm
Walnussbaum gesessen. Wir saßen
auf unseren steinwarmen Plastikstühlen
unter diesem Walnussbaum und sahen
dem langsamen Abend zu. Jetzt werden
wir da nicht mehr sitzen. Werden für
immer unter unserem Walnussbaum
gesessen haben, abgeerntet von Wind oder
flinken, schwärzlichen Eichhörnchen,
und dort näher nebeneinander...

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Impromptu

Impromptu

Ganz unten in seinem Sichtfeld sieht er einen schmalen, beigen Streifen Sand, rechts im Blickwinkel etwas Rasengrün, darüber die hellblaue Fläche des Sees. Daraus steigt Dunst. Das gegenüberliegende Ufer, die niedrigen, langgezogenen Hügel mit Wiesen und Waldkuppen, die Pappeln und der dunkle Streifen zwischen Wasser und Land, sind vom Weiss des Dunstes fast ganz...

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